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Das Projekt Casa Vecchia
Wir alle werden immer älter. Und das ist auch gut so. Allerdings bringt die Bevölkerungsüberalterung auch viele Probleme mit sich. Denn auch wenn ältere Menschen in Zukunft im Durchschnitt gesünder sein werden als heutzutage, gibt es altersbedingte Einschränkungen in Seh-, Hörvermögen und Beweglichkeit, die die Durchführung alltäglicher Tätigkeiten erschweren. Oft sind es jedoch nur Kleinigkeiten, für die es sich nicht auszahlt jemanden extra zu sich bitten, und man müht sich dann selbst ab. Es wäre doch erfreulich, wenn es da andere Möglichkeiten der Unterstützung gäbe.
Diese Möglichkeiten werden durch moderne Haustechnik in Aussicht gestellt. Wenn z.B. die Sonne blendet, muss man nicht mehr aufstehen, sondern kann mittels Fernbedienung Rollos oder Vorhänge schließen. Ähnlich funktioniert es mit dem Licht, das man bei Bedarf in Räumen ein- und ausschalten kann in denen man sich nicht befindet. Die zugrunde liegende Technik kann aber noch mehr, z.B. anhand von gesammelten Daten darauf schließen, was man gerade tun möchte und automatisch reagieren. Beispielsweise „denkt“ das System wenn in der Nacht im Schlafzimmer das Licht angeht, dass man das Badezimmer aufsuchen möchte und schaltet automatisch alle Lichter auf dem Weg dorthin ein. Das reduziert das lästige Suchen nach dem Lichtschalter bzw. die Gefahr eines Sturzes im Dunkeln. Mit entsprechender Intelligenz ausgestattet könnte das System auch reagieren und z.B. Angehörige informieren, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Dass Personen tagelang unbemerkt verletzt in der Wohnung liegen, könnte damit der Vergangenheit angehören. Positiv gesehen könnte man mit dieser Art von Technik das selbständige Leben älterer Menschen verlängern bzw. deren Lebenskomfort erhöhen.
Es gibt aber auch einen Wermutstropfen bei dieser Geschichte. Die beschriebenen Systeme basieren auf Computer- bzw. Internettechnologie. Sie sind von Technikern entwickelt und oftmals auch nur durch technisch versierte Personen bedienbar. Das Beispiel mit der Fernbedienung erhält eine gänzlich andere Perspektive wenn man sich ausmalt, dass sich zu den bereits vorhandenen Fernbedienungen für Fernseher, Sat-Receiver oder DVD-Player noch weitere für Rollos und Licht hinzugesellen, die ebenso kompliziert und unverständlich sind. Nun kann man darauf beharren, neue technische Entwicklungen einfach nicht zu verwenden. Das wäre eine Möglichkeit, wenngleich keine langfristig realistische. Denn wie in anderen Bereichen wird die Technik Einzug in unsere Eigenheim halten, ob wir das nun wollen oder nicht. Es gibt da zahlreiche negative, aber auch positive Beispiele. Ein aktuelles Auto hat mittlerweile 40 computerähnliche Geräte an Bord, der große Vorteil dabei ist allerdings, dass man das in den meisten Fällen nicht merkt. Dies liegt daran, dass die Bedienung des Autos mehr oder weniger gleich geblieben ist. Man lenkt, bremst und schaltet fast gleich wie vor zwanzig Jahren, wenn man jedoch bremst unterstützt einen dabei das ABS – und das ohne zusätzliche Fernbedienung! Ganz anders ist das bisher noch im Eigenheim. Skeptische Mitmenschen, die sich erfolgreich gegen neue Entwicklungen am Fernsehmarkt gewehrt haben, mussten vor ein paar Jahren klein beigeben. Diejenigen, die bisher ohne Sat- und Kabelfernsehen ausgekommen sind und nur die Programme des ORF empfangen konnten bzw. wollten, mussten nach Einführung von DVB-T feststellen, dass Sie keine Möglichkeit mehr haben, sich gegen den so genannten Fortschritt zu wehren. Und das Beispiel DVB-T zeigt auch, wie es sich auswirkt, wenn das Hauptaugenmerk auf technische Umsetzung und nicht auf die Bedürfnisse derjenigen, die die Dinge verwenden sollen, gelegt wird.
Damit man allerdings in Zukunft sein Haus oder seine Wohnung im Griff hat und nicht umgekehrt, ist noch einiges an Forschung notwendig. Es gibt zwar zahlreiche Forschungsprojekte, diese werden aber oft unter Bedingungen durchgeführt, die mit normalen Lebensumständen älterer Menschen nicht vergleichbar sind. Sei es durch das breite Spektrum an Technik, die verwendet wird oder durch die Tatsache, dass das Verhalten von Personen durch Mitglieder des Forscherteams bzw. kurzfristig in dem Bereich wohnende Personen simuliert wird (ähnlich wie das im Fernsehen bei "Big Brother" vor sich geht). Die so gewonnenen Ergebnisse lassen sich nur schwer auf die Umstände einer durchschnittlich ausgestatteten Wohnumgebung bzw. auf den Tagesablauf der darin wohnenden Personen anwenden. Dazu kommt, dass die verwendeten Systeme sehr teuer sind und auch deren Installation einen enormen technischen Aufwand erfordert. Dennoch werden die Ergebnisse dazu herangezogen, um Funktionailität und Sinnhaftigkeit solcher Systeme, auch im Zusammemhang mit der Bevölkerungsüberalterung, zu prognostizieren.
Nachvollziehbarer Weise erfordert es deshalb weitere Studien, im Rahmen derer erforscht wird wie technische Systeme unter realen Bedingungen funktionieren bzw. den Ansprüchen von Personen mit durchschnittlichem technischen Verständis entsprechen. Das geht am besten dadurch, dass man genau diesen Personen Testgeräte zur Verfügung stellt und sie diese in ihrer eigenen Lebensumgebung ausprobieren lässt. Genau das soll in Casa Vecchia im Rahmen einer Langzeitstudie gemacht werden. Details zur Studie und Teilnahmemöglichkeit
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